Liebe Menslager,

Liebe Berger und Bippener,

Liebe Besucher,

 

In den letzten Wochen, Monaten, Jahren gab es so viel über M.L. zu hören, lesen, sehen, kaufen, dass man jetzt nach dem Reformations-Jubiläum eine gewisse mediale Ruhe zu diesem Thema gut vertragen kann.

Aber: die Reformation geht weiter.

Angesichts sehr ähnlicher Entwicklungen und Probleme der beiden großen christlichen Kirchen –Priestermangel, Schwund der Gemeindegliederzahlen, Verlust christlicher Verankerung der Gesellschaft– fällt die wachsende Zahl ökumenischer Veranstaltungen ins Auge und bietet vielleicht eine Zukunftsperspektive?

In unserem Kooperationsprojekt mit Berge und Bippen wurde gerade in Gemeindeabenden eine Art Zwischenbilanz gezogen. Die Stimmung war unterschiedlich, zumal die 3 Gemeinden verschiedene Konsequenzen erleben: Bippen hat noch einen „75%“ Pastor vor Ort, der zusätzlich 25% in Berge arbeitet; wir in Menslage sehen „unseren“ Pastor deutlich seltener als die Bippener, da er quasi zu 50% in Menslage und zu 25% in Berge (und weitere 25% extern an einer Schule) tätig ist. Berge hat keinen „eigenen“ Pastor mehr sondern wird hälftig von den beiden Pastören betreut, die Hauptstraße unterteilt die Gemeinde in 2 „Seelsorgebezirke“. Diese Situation sorgt bei Einigen für Unmut.

Jede Gemeinde hätte selbstverständlich gerne „ihren“ Pastor im Pfarrhaus im Ort. Und es könnte auch Menslage oder Bippen treffen: falls einer der beiden gegenwärtigen Seelsorger die Gemeinde verlassen würde könnte der /die Nachfolger– so es denn Bewerber geben sollte– auch seinen/ihren Wohnsitz in Berge nehmen.

 

Was ist überhaupt ein 100%-Seelsorger?

Eine 40-Stunden-Woche war (leider) nie der Rahmen. Erwartet wurde und wird oftmals ständige Erreichbarkeit und Einsatzkraft, dazu die Wohnung am Arbeitsplatz: die klassischen Quellen für ein „Ausbrennen“. 

Insbesondere wenn aus Sparzwängen Gemeinden verbunden werden.

 

Womöglich ergibt sich eine Lösung mit mehr als 2 Seelsorgern, die in Teilzeit bei uns und in anderen Gemeinden tätig sind.

Die Mitarbeit von Diakon Ralf Mehnert in Menslage und Berge, von Diakon Kuhnert-Kohlmeyer in Berge und die Betreuung der Kita`s durch Pastorin Christina Richter weist bereits in diese „Patchwork“-Richtung.

In derartigen Gemeinde-Verbünden hinken wir den katholischen Gemeinden in ihrer Entwicklung zeitlich um Jahre hinterher. Dort sind Verbünde von 4-6 Gemeinden keine Seltenheit, betreut von internationalen Geistlichen und Laien, denen eine größere Verantwortung zukommt.

 

Kooperation kann sich positiv entwickeln, wenn Fehlentwicklungen benannt werden dürfen und Korrekturen folgen. Paradebeispiel für einen guten Weg ist der gemeinsame Gemeindeausflug. Oder das „Konfi-Camp“ als gemeinsamer Konfi-Unterricht.

 

An die veränderten variablen Gottesdienstzeiten scheinen sich viele bereits gewöhnt zu haben– und zur weiteren Vereinheitlichung werden wir in Menslage ab 2018 die Samstagabend-18:00 Uhr Gottesdienste auf Sonntagabend- 18:00 Uhr verschieben.

 

Die anstehende Wahl der Kirchenvorstände ist in diesen Zeiten der Reformation besonders wichtig– ein starker KV, getragen von einer starken Wahlbeteiligung, hat in Verhandlungen mehr Gewicht...

 

Eine besinnliche, stressarme Adventszeit wünscht

Euer Kirchenvorstand